Im Visier des weißen Stockes 6-2018 (Onlineversion)

erhältlich als: Schwarzdruck - Punktschrift - Audio-CD - Diskette - E-Mail

Herausgeber:
Weißer Stock e.V.
Beratungsstelle für Blinde und Sehbehinderte

Rosenhof 4, 09111 Chemnitz

WIR SIND FÜR SIE DA:

Montag 9 – 12 Uhr
Dienstag 9 - 12 und 14 - 17 Uhr
Mittwoch 9 - 12 und Donnerstag 13 - 15 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Beratungsstellenleiterin: 0371 – 7 00 96 73
Begleitungen: 0371 – 7 00 96 74

In Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehinderten Verband Sachsen e.V.
BSVS e.V.: 0371 – 7 00 89 779
Sprechzeit: Do 11 – 15 Uhr
(letzter Do im Monat 13 – 17 Uhr)

Ihre Beiträge für die nächste Ausgabe sind stets herzlich willkommen! Redaktionsschluss ist der: 15. Januar 2019.


Inhaltsverzeichnis


Vom Schenken

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein. Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor, so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk -
Du selber bist.

Joachim Ringelnatz

Bericht zur BSVS Landesdelegiertenkonferenz

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Verbandsfreunde,
am 09. und 10. November 2018 fand in Dresden die VIII. Landesdelegiertenkonferenz (LDK) des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen e. V. (BSVS) statt. An dieser nahmen von Seiten der Kreisorganisation Chemnitz / Stollberg über den gesamten Zeitraum als Delegierte Kathrin Gießner, Heike Wiedemann und Lars Geithner sowie Jürgen Keppler als Kreisvorsitzender teil. Zeitlich unterschiedlich nahmen zwischen 47 und 51 Stimmberechtigte an der LDK teil.

Während der gesamten LDK nahm als Gast der Präsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V. (DBSV), Klaus Hahn teil, welcher durch die scheidende BSVS-Landesvorsitzende Angela Fischer eingeladen wurde.

Am Freitagvor- und -nachmittag wurden zunächst einmal Verbandsinterna besprochen. Dazu zählten u.a. Vortrag und Erläuterung des Jahresabschlusses 2017 durch die Wirtschaftsprüfungskanzlei, die Feststellung des Jahresabschlusses durch die LDK sowie der Bericht der Finanzprüfer. Im Anschluss daran erfolgte die Entlastung des Vorstands, getrennt nach dem Vorsitz, dem stellvertretenden Vorsitz und den Beisitzern en bloc für die gesamte Wahlperiode. Dabei wurden alle Vorstandsmitglieder mit Ausnahme des zeitweiligen stellvertretenden Landesvorsitzenden Andreas Sallam entlastet.

Danach wurden der Haushalts- und Stellenplan des BSVS mit seinen Untergliederungen (ohne Alten- und Pflegeheim, da dies rechtlich eigenständig ist) für das Jahr 2019 besprochen und durch die Delegierten genehmigt. Gleiches gilt für den Tätigkeitsbericht des Vorstands für die abgelaufene Wahlperiode sowie für die geplanten Projekte auf Landesebene für das Jahr 2019. Vor der Pause zum Abendessen wurde dann noch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaften für besonders zu würdigende Mitglieder vorgenommen. Als Ergebnis eines Projektes gab es einen Lehrfilm für Außenstehende über Blinde zu sehen, deren Können und Möglichkeiten sowie die im Alltag auftretenden Barrieren. Kritik gab es bei der Tatsache, dass die Sehbehinderten in diesem Film wenig Beachtung finden, aber natürlich eine sehr große Rolle spielen sollten.

Es wird über eine Lösung nachgedacht, auch Sehbehinderte und deren Belange künftig besser in Szene zu setzen.

Nach dem Abendessen fand dann der öffentliche Teil der Landesdelegiertenkonferenz statt. Dieser Teil beinhaltete u.a. die Vorführung eines Films zur Inklusion „das teure Leben der Franziska E.“, die Verleihung des Ehrenpreises des BSVS e. V. sowie eine Podiumsdiskussion zum Thema Integration / Inklusion mit Vertretern der Parteien CDU, FDP, SPD, Linke und Bündnis 90 / Grüne. Diese wurde vom Präsidenten des DBSV, Herrn Klaus Hahn, moderiert.

Am Samstagvor- und -nachmittag wurde die durch die Satzungskommission des BSVS erarbeitete neue Satzung besprochen und über die dazu eingegangenen wenigen Änderungsanträge befunden. Die Satzung wurde – unter Einbeziehung der wenigen beschlossenen Änderungen – mit einer Mehrheit von ca. 90 Prozent der Delegiertenstimmen beschlossen. Die neue Satzung tritt nach Prüfung durch das Vereinsgericht in Kraft. Unter anderem können künftig sehende Familienangehörige und tatsächliche Lebenspartner ordentliche Mitglieder im BSVS werden. Es wird dadurch mit einem Zuwachs an Mitgliedern gerechnet, wobei aber immer die Überzahl an blinden und sehbehinderten Mitgliedern bestehen bleiben wird. Dies soll ein zusätzliches Angebot darstellen.

Letzter inhaltlicher Tagesordnungspunkt war die Neuwahl des Landesvorstands: Für den Landesvorsitz sowie die Stellvertretung sind keine Kandidaturen eingegangen, für das Amt als Beisitzer kandidierten in alphabetischer Reihenfolge:

Wolfgang Freudenberg (Dresden), Hans-Günter Funke (Leipzig), Thorsten Gruner (Roßwein), Dietmar Mehnert (Zwickau) und Andreas Schneider (Meißen). § 23 der bisherigen Satzung des BSVS e. V. besagt, dass bei nicht vollständiger Besetzung der Wahlämter eine sofortige Nachwahl durchzuführen ist. Hierfür können sich aus dem Kreis der Landesdelegiertenkonferenz Kandidaten bereiterklären. Dies war hier für die „Nachwahl“ des Landesvorsitzenden der Fall. Für dieses Amt kandidierte Thorsten Gruner und wurde mit ca. 90 Prozent der anwesenden Stimmen gewählt. Auch im Wahlaufruf zur Nachwahl eines stellvertretenden Landesvorsitzenden innerhalb der Landesdelegiertenkonferenz fand sich kein Kandidat. Von den noch vier verbliebenen Kandidaten als Beisitzer im Landesvorstand wurden Wolfgang Freudenberg, Hans-Günter Funke und Andreas Schneider jeweils mit Ergebnissen von ca. 90 Prozent bis fast 100 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt. Für Dietmar Mehnert als Beisitzer stimmten nur 20 Mitglieder der LDK, er konnte damit die notwendige Stimmenzahl von 25 Stimmen nicht erreichen.

Um kurz nach 14 Uhr verabschiedeten dann die ehemalige Landesvorsitzende Angela Fischer und der neue Landesvorsitzende Thorsten Gruner die Delegierten. Herr Gruner wünscht sich eine aktive Mitarbeit der Mitglieder des BSVS e. V. auf und mit allen Ebenen des Vereins sowie eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Landesvorstand und den Kreisvorständen und Fachgruppenleitungen.

gez. Jürgen Keppler
(Kreisvorsitzender BSVS e.V.)

Club der lebenden Geschichten sucht Mitglieder

Der Verein „Mehr Miteinander in Sachsen e. V.“ sucht blinde/sehbehinderte Teilnehmer an einem interessanten Projekt:

Die ursprüngliche Idee kommt aus Dänemark und nennt sich Living Library https://de.wikipedia.org/wiki/Living_library).

Stellen Sie sich vor, dass Sie die Stadtbibliothek Chemnitz als ganz „normaler" Nutzer betreten. An ausgewählten Samstagen im Jahr können Sie hier - neben normalen Medien - „lebende Bücher" ausleihen. Diese „lebenden Bücher" sind reale Menschen, die oft stark mit Stereotypen, Ausgrenzung und Vorurteilen seitens der Gesellschaft zu kämpfen haben.

Beispielsweise weil sie homosexuell, behindert, Alkoholiker, Junkie, Moslem, jüdischen Glaubens, Flüchtling, obdachlos, arbeitslos, HIV-positiv, Vergewaltigungsopfer, Gewalttäter, Gewaltopfer, stark übergewichtig oder magersüchtig sind bzw. waren.

Je nach Interesse können sich die Besucher eines der Themengebiete heraussuchen und für maximal 30 Minuten mit einer Person der jeweiligen Gruppe unter vier Augen sprechen. Dabei gibt es lediglich eine Regel: keine Tabus! Hört euch die Lebensgeschichte des „Erzählers" an! Stellt alle Fragen, die euch interessieren! Erfahrt etwas über ein anderes Leben, über die Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen dieser Mensch gegenübersteht.

Aktuell suchen wir Menschen, die unser Projekt als „Erzähler" unterstützen!

Wir sind der Überzeugung, dass die Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen besonders dann geschieht, wenn kein persönlicher Kontakt zu diesen Menschen besteht. Es fehlen also vor allem eigene (positive) Erlebnisse mit Menschen der genannten Minderheiten.

Wir möchten durch unser Gesprächsangebot niemanden von einer bestimmten Meinung überzeugen. Was der „Leser" mit dem gewonnenen Wissen anfängt, ist allein ihm oder ihr überlassen. Unser Ziel ist es lediglich, Verständnis und Empathie zu ermöglichen. Nach dem Motto: „Mach dir ein eigenes Bild!"

Wir werden zudem jeden „Erzähler" - in einem Workshop - auf die Teilnahme vorbereiten. Das heißt, wir würden Gesprächssituationen trainieren und mit unseren „Erzählern" mögliche Situationen üben. Das Wissen dafür haben wir, da viele Vereinsmitglieder hauptberuflich seit mehr als 14 Jahren als Weiterbildungsanbieter tätig sind.

Zudem bietet die Stadtbibliothek eine sichere Umgebung für solche Gespräche, da einerseits ein Sicherheitsunternehmen vor Ort ist und weil die Besucher von Bibliotheken sicher keine radikalen Positionen vertreten.

Da wir ein gemeinnütziger Verein sind und die Teilnahme für unsere „Leser" zudem kostenfrei ist, können wir unseren „Erzählern" für die Teilnahme leider kein Geld zahlen. Wir finden dennoch, dass sich eine Teilnahme als „Erzähler" lohnt, denn...

... sie können anderen Menschen, die als „Leser" in der gleichen Situation sind, mit ihrer Geschichte und ihren Erfahrungen helfen.

... sie können sich persönlich weiterentwickeln: Der Workshop zur Vorbereitung der Teilnahme und auch die Arbeit als „Erzähler" bieten tolle Möglichkeiten, etwas Neues kennenzulernen.

... sie können sich eigene Erfahrungen „von der Seele" reden und das Erlebte so - im besten Fall - besser verarbeiten.

... sie können mit unserem Projekt aktiv etwas gegen Vorurteile und Ausgrenzung in der Bevölkerung tun!

Wer sich beteiligen möchte, kann den Verein unter folgender Adresse erreichen:

Jahresrückblick

Es ist immer wieder schön zu erleben, wie sich die Dinge weiter entwickeln und ständig in Bewegung bleiben. Am 30.04.2018 lief das Projekt „Inklusive Beratungsstelle“ aus, dafür konnten am 01.04.2018 die Vorbereitungen für unser Projekt „SinnReich“ starten. Wie Sie bereits wissen, hatte dies auch Änderungen der Aufgaben in unserem Team zur Folge. Yvonne Jurentschk hat mit viel Energie die Koordination von „SinnReich“ übernommen und Anja Voigt die Verantwortung für „Fü(h)r mich“. Frau Platzer, die Mitarbeiterin des Sozialverbandes VdK, ist leider wieder ausgezogen.

Die Vorbereitungen für „SinnReich“ bestanden hauptsächlich darin, die Bauarbeiten im Rosenhof 14 zu planen und Material für die Öffentlichkeitsarbeit zu entwickeln. Bei „Fü(h)r mich“ hat der heiße Sommer für etwas ruhigere Zeiten gesorgt. Dafür ging es im Herbst wieder richtig los. Mehr Leute wünschten sich wieder eine Begleitung und in letzter Zeit haben sich auch einige neue Freiwillige gemeldet, die gern Begleitungen übernehmen möchten.

In der Beratungsstelle und im Schulprojekt wurde die Arbeit wie bisher kontinuierlich fortgesetzt. Im Januar-Februar sowie Oktober-November war das Besucheraufkommen in der Beratungsstelle besonders groß.

Natürlich nahmen wir in diesem Jahr erneut an einigen Veranstaltungen Teil, z.B. am Mobilitätstag oder am Nachbarschaftsfest auf dem Rosenhof. Erst vor Kurzem, am 15.10.2018, gab es unsere gemeinsame Veranstaltung mit dem BSVS anlässlich des Internationalen Tages des Weißen Stockes. Es war ein schöner Nachmittag, auch wenn wir uns sicher mehr Besucher gewünscht hätten.

Im Augenblick geht es in unseren Räumen häufig zu wie in einer Wichtelwerkstatt. Es werden Schächtelchen verziert, Tüten mit Süßigkeiten gefüllt und andere Kleinigkeiten gebastelt. Am Sonntag, dem 16.12.2018 haben wir zum ersten Mal die Hütte für Chemnitzer Vereine auf dem Weihnachtsmarkt gemietet. Das ist doch mal ein besonderer Jahresausklang. Von 10.00 bis 21.00 Uhr werden wir vor Ort sein. Vielleicht sehen wir uns ja dort.

Erlebnisräume SinnReich - Die Entstehung geht in die heiße Phase

Der Volksmund sagt: „Was lange währt, wird endlich gut.“ Und er soll wieder einmal Recht behalten. Die für Herbst 2018 geplante Eröffnung der Erlebnisräume im Dunkeln benötigt noch etwas Zeit. Für einen möglichst reibungslosen Besucherverkehr wollen Technik, Ausstattung und Organisation gründlich durchdacht und gut vorbereitet sein. Hinzu kommt, dass die Genehmigung der Stadt Chemnitz zum Befahren der Fußgängerzone Rosenhof 14 für die Zeit des Weihnachtsmarktes nicht erteilt wird.

Im Laufe der letzten Monate haben wir die Ausstattung geplant, Werbemittel entwickelt, Kooperationen geschlossen, Begleitangebote erdacht und erste Neugierige finden können. Nun geht es an die praktische Umsetzung. Im Januar 2019 wird der Raum mittels Trockenbauwänden in 3 verschiedene Bereiche unterteilt. Beleuchtung, Akustik, Elektrik und Ausstattung werden installiert. Zu guter Letzt folgen viele kleine Details für einen erlebnisreichen Rundgang. Dann kann die Eröffnung im Frühjahr kommenden Jahres vorbereitet werden.

Alle Neugierigen laden wir schon einmal herzlich zu einem Rundgang nach Eröffnung ein. Über ein wenig Mundpropaganda würden wir uns freuen.

Dankeschön

Zum Jahresende möchten wir uns gern herzlich bedanken:

bei Herrn Baumann und dem Team der Firma Tonndorf für das Ermöglichen der Hör- und Brailleausgaben von „Im Visier“,

bei allen ehrenamtlichen Helfer/innen für ihre Zeit und dass sie ihre ganz eigene Art auf so vielen Gebieten einbringen, sei es bei Begleitungen, in Schulen, im Sport, bei der Pflege unserer Räume und der Homepage sowie bei zahlreichen anderen Dingen,

bei allen Besucher/innen der Beratungsstelle, Teilnehmer/innen an Veranstaltungen und Leser/innen von „im Visier“ für rege Beteiligung, Ideen, Beiträge, Spenden, interessante Gespräche und vieles mehr.

Sie alle machen die Arbeit unserer beiden Vereine lebendig. Danke, dass wir ein weiteres schönes Jahr gemeinsam mit Ihnen erlebt haben.

Wir wünschen Ihnen, auch im Namen der beiden Vorstände der KO Chemnitz / Stollberg des BSVS e. V. und des Weißen Stock e. V., friedliche, erholsame und fröhliche Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr.

Das Team der Beratungsstelle

Plätzchenrezepte

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Schoko-Nuss-Kipferl

Zutaten:

Zubereitung:

  1. Einfach alle Zutaten auf einmal zusammenkneten
  2. Kleine walnussgroße Kügelchen formeny
  3. zwischen den Händen Würstchen rollen
  4. in Hörnchen biegen
  5. auf dem Backblech verteilen und backen
  6. nach dem auskühlen die Spitzen in Schokoglasur tunken und auf einem Kuchengitter trocknen lassen

Kakaokugeln

Zutaten:

Zubereitung:

Zutaten zu einem Teig verarbeiten. 2-2,5 cm kleine Kugeln formen und auf ein Backblech mit Backpapier setzen. Bei 160 Grad 12-15 Minuten backen.