Im Visier des weißen Stockes 6-2017 (Onlineversion)

erhältlich als: Schwarzdruck - Punktschrift - Audio-CD - Diskette - E-Mail

Herausgeber:
Weißer Stock e.V.
Beratungsstelle für Blinde und Sehbehinderte

Rosenhof 4, 09111 Chemnitz

WIR SIND FÜR SIE DA:

Montag 9 – 12 Uhr
Dienstag 9 - 12 und 14 - 17 Uhr
Mittwoch 9 - 12 und Donnerstag 13 - 15 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Beratungsstellenleiterin: 0371 – 7 00 96 73
Begleitungen: 0371 – 7 00 96 74

In Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehinderten Verband Sachsen e.V.
BSVS e.V.: 0371 – 7 00 89 779
Sprechzeit: Do 11 – 15 Uhr
(letzter Do im Monat 13 – 17 Uhr)

Ihre Beiträge für die nächste Ausgabe sind stets herzlich willkommen! Redaktionsschluss ist der: 15. Januar 2018r.


Inhaltsverzeichnis

Ein Jahr ist nichts...

Ein Jahr ist nichts, wenn man's verputzt,
ein Jahr ist viel, wenn man es nutzt.
Ein Jahr ist nichts, wenn man's verflacht;
ein Jahr war viel, wenn man es ganz durchdacht.
Ein Jahr war viel, wenn man es ganz gelebt;
in eigenem Sinn genossen und gestrebt.
Das Jahr war nichts, bei aller Freude tot,
das uns im Innern nicht ein Neues bot.
Das Jahr war viel, in allem Leide reich,
das uns getroffen mit des Geistes Streich.
Ein leeres Jahr war kurz, ein volles lang:
nur nach dem Vollen misst des Lebens Gang,
ein leeres Jahr ist Wahn, ein volles wahr.
Sei jedem voll dies gute, neue Jahr. Hanns Freiherr von Gumppenberg (1866-1928)

Zum Ende des Jahres...
sagen wir danke für die vielen Besuche bei uns, für Gedanken und Ideen, für Kritisches und Lobendes, für das Füttern des Vereinspendenschweines, für humorvolle Anrufe, für unverhoffte Angebote u.v.m. Und -schon traditionell aber von Herzen- ein ganz besonderes DANKE an unsere ehrenamtlichen Helfer für Ihre und eure ganz praktische Unterstützung in der Beratungsstelle, in unseren Projekten, bei der Standbetreuung, der Aktualisierung der Homepage, als Begleiter. Nicht vergessen wollen wir Herrn Baumann - danke für die tollen Hörausgaben unserer Visier und danke an das Team der Firma Tonndorf für die Punktschrift. Wir wünschen Ihnen und euch, auch im Namen der Vorstände des Weißen Stock e.V. und des BSVS e.V. Chemnitz sowie der MitarbeiterInnen der Beratungsstelle eine besinnliche, genussvolle und fröhliche Weihnachtszeit und ein gutes ereignisreiches neues Jahr. Das Team der Beratungsstelle

Rückblickendes

Das Jahr 2017 neigt sich bereits dem Ende. Und wie in der Weihnachtsausgabe üblich, gibt es an dieser Stelle unseren Jahresrückblick. Die Beratungsarbeit, das Projekt Fü(h)r Mich und das Schulprojekt konnten auf bewährte Art und Weise fortgesetzt werden. Nach dem Auslaufen der Förderung des Projektes Fü(h)r Mich durch die Aktion Mensch hat die Stadt Chemnitz die Finanzierung übernommen. Nach wie vor sind viele Chemnitzer bereit, sich als Begleiter im Projekt zu engagieren, so dass für aussteigende Freiwillige immer wieder Andere hinzugekommen sind. Es scheint sich abzuzeichnen, dass so kontinuierlich ein Pool von 10-15 Begleitern zur Verfügung steht. Seit Juli 2017 ist Titus Bostelmann als Rehalehrer beim Weißen Stock e.V. angestellt. Nun kann der Verein selbst Schulungen in Orientierung und Mobilität und Lebenspraktischen Fähigkeiten anbieten. Nach langer Ersatzsuche für die ausgeschiedene Mitarbeiterin Frau Winterstein konnte der Sozialverband VdK im Oktober 2017 das Beratungsbüro in unseren Räumen neu besetzen. Er ist nun durch Ines Platzer wieder in der Inklusiven Beratungsstelle vertreten. Auch in diesem Jahr beteiligten wir uns an einigen öffentlichen Veranstaltungen in Chemnitz, so z.B. am Gesundheitstag im April sowie am Mobilitätstag und dem Aktionstag für ältere Menschen im September. Am letzten Novemberwochenende waren wir wieder mit einem Stand beim Kongress der Sächsischen Augenärztegesellschaft in Glauchau vertreten. Wir hoffen, die persönlichen Gespräche und das Ausprobieren der Hilfsmittel haben den Augenärzten einen lebendigen Eindruck von unserer Arbeit vermittelt. Die Mitarbeit in der AG Barrierefreies Bauen und im Arbeitskreis Regelbauweisen war ressourcenintensiv und hat sich besonders auf die Themen Umbau der Zentralhaltestelle, neues technisches Rathaus und Gestaltung der Haltestellen Chemnitzer Modell konzentriert. Die Verbesserung der Angebote des Sächsischen Archäologiemuseum Chemnitz sowie des Naturkundemuseums waren Themen, welche uns ebenfalls beschäftigten. In unseren eigenen Räumen gab es Veränderungen. Nach einem Wanddurchbruch zum Rosenhof 6 haben wir von der GGG Chemnitz zwei zusätzliche Räume angemietet. Dadurch haben wir jetzt ein weiteres Büro und vor allem einen gut für Gruppenveranstaltungen geeigneten Raum. In Sachen Barrierefreiheit wird es endlich eine Verbesserung geben. Noch in diesem Jahr werden, gefördert durch das Projekt Lieblingsplätze, die Stufen im Treppenhaus sehbehindertengerecht markiert und ein Hinweisschild im Aufzug angebracht. Die Büroräume erhalten eine Beschilderung mit taktiler und kontrastreicher Schrift. Im Rosenhof 14 haben wir neue Räume angemietet. Hier wird gerade sowohl handwerklich als auch gedanklich an einer ganz neuen Idee gebastelt. Mehr dazu auf den nächsten Seiten.

SinnReich - Augenblicke im Dunkeln

Hinter diesem Titel verbirgt sich unser neuestes Vorhaben. Seit einiger Zeit tragen wir diese Idee mit uns herum. Nach einem Besuch des "Erlebnis im Dunkeln" Würzburg haben wir nun eine konkrete Vorstellung: Als Weiterentwicklung des Schulprojektes bieten wir die Möglichkeit, die Umgebung im Dunkeln wahrzunehmen. Beim Rundgang durch drei verschiedene Bereiche werden Tast- und Geruchssinn sowie Gehör gefragt sein. Im Herzen von Chemnitz, direkt neben dem Kreativcafe "All In" hat der Verein ein Ladengeschäft gemietet. Eine Vollverdunklung sorgt für absolute Finsternis. Eine professionelle Zeichnerin arbeitet zurzeit an der Grafik für die Fensterfront und entwirft ein Maskottchen. Wir arbeiten seit Jahren sehr erfolgreich mit ihr zusammen und freuen uns auf die Entwürfe, mit ihrem ganz eigenen Charme. Für den Einbau von Trockenbauwänden gibt es erste Pläne, an deren Umsetzung wir arbeiten. Gleiches gilt für die Gestaltung von Akustik und Tastmöglichkeiten in den verschiedenen Räumen. Ebenso zu klären sind technische Details wie Elektrik, Licht und Belüftung. Auch wenn bis zur Eröffnung noch einige Zeit vergeht, laden wir Sie bereits heute herzlich zu einem Rundgang ein. Gern möchten wir erfahren, wie unsere Ideen wirken und was Ihre Empfindungen dazu sind. Sicher gibt es Dinge zu verbessern und vielleicht auch Vorschläge zur Gestaltung. Also freuen wir uns bereits jetzt auf Ihren Besuch. Wir halten Sie auf dem Laufenden und sind dankbar für jede Rückmeldung und Anregung zu unserer Arbeit.

Kalender 2018 - Angebot der DZB

Da wir immer wieder Anfragen nach Kalendern in Braille oder Großdruck erhalten, möchten wir Sie kurz über die verschiedenen Ausführungen informieren, die in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig bestellt werden können.

Folgende Kalender werden von der DZB angeboten:

Maxi-Druck

Braille

Inklusives

An dieser Stelle berichten wir einmal über zwei interessante inklusive Projekte außerhalb Sachsens. In der ersten Meldung über die Blindenstudienanstalt Marburg geht es um die Idee, dass sich nicht nur Regelschulen für Schüler mit Förderbedarf öffnen können, sondern auch umgekehrt.

Vielfalt als Bereicherung für alle
Nach Genehmigung einer "Schule der Vielfalt" durch das staatliche Schulamt ist es ab dem Schuljahr 2018/19 auch für junge Menschen ohne Seheinschränkung möglich, Teil der BliStA-Schul-Gemeinschaft zu werden. Der BliStA-Campus umfasst neben dem Carl-Strehl-Gymnasium Fachober- bzw. Berufsschulen; seit drei Jahren ergänzt die Montessori-Schule die Campus-Gemeinschaft. Die BliStA bietet den Schülerinnen und Schülern ein Konzept mit kleinen Lerngruppen, in denen Freunde gefunden, Erfolge erlebt, eine Sportart entdeckt und sich in der Inklusion erprobt werden kann. Ziel ist es, schulische Inklusion über die Erweiterung der Förderschule voranzubringen. "Wir freuen uns auf die vielen neuen Schülerinnen und Schüler aus der Stadt", sagt Claus Duncker, Direktor der BliStA. "Ein vielfältiger Bildungscampus ist eine Bereicherung für alle."

Quelle: Horus aktuell

Kunst inklusiv

Aus der gemeinsamen Pressemitteilung des DBSV und der Berlinischen Galerie: Erstmalig in Deutschland wird die Dauerausstellung eines Kunstmuseums für blinde und sehbehinderte Menschen eigenständig zugänglich sein. In enger Kooperation mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) wurde über zwei Jahre daran gearbeitet, die Sammlungspräsentation "Kunst in Berlin 1880-1980" mit Tastmedien, Leitsystem und einer Museums-App auszustatten, um ein inklusives Kunsterlebnis zu schaffen. Sieben Tastmodelle, eine inklusive App-Tour mit 17 Stationen zu wichtigsten Werken sowie über 300 laufende Meter taktiles Bodenleitsystem: Mit diesen Angeboten entsteht ein Museumserlebnis mit mehreren Sinnen, das behinderten und nicht behinderten Menschen offen steht.

Kunst zum Anfassen: Zweidimensionale Highlights der Berlinischen Galerie - wie etwa "Der synthetische Musiker" von Ivan Puni und "Die Tür" von Werner Heldt - wurden taktil umgesetzt. So unterschiedliche Materialien wie Filz, Textil oder Holz vermitteln einen plastischstofflichen Eindruck des Originals. Wer jemals ein Museum besucht hat, kennt den Wunsch, einmal Kunst "anzufassen" - hier wird er Realität. Und dies nützt nicht nur blinden Gästen: Denn alle, auch Kinder und Familien, können künftig dank der Tastmodelle Kunst mit zwei Sinnen wahrnehmen.

App-Tour und taktiles Leitsystem: Die neue, inklusive App kann bequem auf dem eigenen Smartphone genutzt und mit automatischer Auslösung gesteuert werden.

Neben spannenden Hintergrundinformationen bietet sie spezielle beschreibende Texte, die eine genaue Vorstellung vom Original geben. Die App gibt zudem Orientierungshinweise, die in Kombination mit dem Bodenleitsystem einen eigenständigen Ausstellungsbesuch ermöglichen.

Weitere Informationen online:
www.berlinischegalerie.de
und
www.dbsv.org/museum.html

Indien - Ein Land der Sinne

Im Juli 2017 hatte ich die Gelegenheit, an einem Projekt für blinde Jugendliche in Trivandrum Indien mitzuarbeiten. Indien hat bei mir sehr viele Eindrücke hinterlassen - es ist ein Land der Sinne. Alle Sinne werden in Indien in einer Einmaligkeit angesprochen, wie ich es bei keinem Land zuvor erlebt habe.

Natürlich gibt es in Indien viel zu sehen - und zwar auch sehr gegensätzliches - prunkvolle Tempel und Kirchen, aber auch reihenweise Bettler, die auf einem Pappkarton an der Straße oder mitten auf dem Bahnsteig schlafen. Wunderschöne Natur mit viel Grün und sauberen Wasser, Strände mit Sand und hohen Wellen, aber auch Müll, der achtlos irgendwo hingeworfen wird und sich zu Bergen türmt. Aber auch der Geruchssinn ist hier sehr gefragt. Man kann Indien riechen, die Stadt ist voller Gewürzduft und das indische Essen verströmt an jeder Ecke einen typischen Geruch. Der Zweitaktqualm, der mir noch vom guten alten Trabant in Erinnerung ist.

Die Seife riecht hier anders, daß Parfüm der Frauen ist sehr dezent und fruchtig. In den Straßen wird ständig etwas verbrannt - aber oft ist es kein beißender Rauch - sondern ein eigentümlicher und typischer Geruch, der sich in das Gemenge der Gerüche einfügt. Zu erwähnen wären auch die Räucherstäbchen - man kann riechen, wenn man an einem Tempel vorbei geht - man muß es nicht sehen. Die Duft- und Massageöle, eine Mischung aus Gewürz-nelken, Nüssen und Curry. Der Tee, der mit Milch getrunken wird - es gibt an jeder Ecke etwas mit dem Geruchssinn zu entdecken. Der Geschmack kommt natürlich auch nicht zu kurz. Ich liebe das scharfe indische Essen. Aber auch das Eis ist hier anders - fruchtiger und mit viel weniger Milch - mehr ein gefrorener Saft. Tapioka-Chips - ich hätte nie gedacht, dass diese mir schmecken würden. Überhaupt ist Indien ein Paradies für Vegetarier. Hier kann ein Vegetarier mehr essen als nur die Gemüsebeilage und ein paar Kartoffeln. Wenn ich nur an die Pommes mit Chili und Honig denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Der Mangosaft mit dem leichten, aber unaufdringlichen Beigeschmack von Ko-kos. Auch ein einfaches Spiegelei mit Zwiebeln darin und einem Schuss Chili aus dem Kaschmir - einfach aber genial. Und auch der Tastsinn wird hier angesprochen - wenn man im Geschäft die Stoffe befühlt, aus denen die Frauen sich die Kleider hier schneidern lassen. Die flauschigen Sitze in den Tuck-Tucks, das grobe Leder auf den Liegen im Zug, die abgegriffenen rituellen Gefäße in den Tempeln, ganz einfach die eigene Haut nach einer Behandlung mit den ätherischen Ölen. Die verschiedenen Früchte - von denen ich einige Vorher nie zu Gesicht bekommen habe. Und ich gestehe - manchmal habe ich mich dabei ertappt, wie ich in einem Geschäft einfach mal in einen Sack Reis gefasst habe, denn Reis ist nicht gleich Reis. Es scheint hier eine unübersehbare Variantenvielfalt zu geben. Und es ist ein besonderes Gefühl, beim Essen das leicht wächserne Bananen Blatt, welches als Unterlage dient, zu ertasten. Das Gehör wollen wir nicht vergessen. Der hektische Straßenlärm mit dem ständigen Hupen, das hier aber nicht so unfreundlich klingt. Dazu im Gegensatz die Ruhe im Tempel. Der Begleiter des Busfahrers, der permanent die Nummer und das Fahrziel herausschreit und das Rauschen des Windes in den Blättern der Kokospalmen.

Das Plätschern des Baches, das leise Zischeln der Schlange, das surren der riesigen Libellen am See von Kanthari. Und dann als Kontrast der lärmende Fernseher, der den ganzen Tag läuft und eine Bollywood-Schnulze nach der anderen abspielt, natürlich mit den unvermeidlichen Gesangseinlagen. All dies ist so überwältigend. Man sollte eigentlich Indien jeden Tag mit einem anderen Sinn erleben, um die ganze Bandbreite, die das Land zu bieten hat, in sich aufnehmen zu können.

Ralph Binnewerg

Blind Straßenbahn fahren

Dazu trafen sich am 3. Oktober acht Sehgeschädigte und Sehende im Straßenbahndepot in Adelsberg, das sowohl mit der Buslinie 62 als auch mit der Straßenbahnlinie 5 erreichbar ist. Zusammen mit einem Bekannten, der schon 45 Jahre bei der Straßenbahn als Fahrer und Techniker tätig ist, hatte ich die Depotbesichtigung organisiert. Von Anfang an herrschte eine sehr gute und offene Atmosphäre. Bernd beschrieb zunächst das Gebäude, in dem wir uns befanden, mit Büros, Kantine und Aufenthaltsräumen für die Mitarbeiter der CVAG. Dann ging es um Fragen zum Wagenpark, zu Wartung, Reinigung und Sicherheit, aber auch um organisatorische Fragen zum Personennahverkehr. Dabei stieß zufällig und zeitweise ein Busfahrer zu uns, der sich an diesem Gespräch beteiligte und auch Fragen zu technischen Details der Fahrzeuge beantwortete. Durch dieses Gespräch bekamen wir ein neues Verständnis für Verspätungen und andere vorübergehende Unzulänglichkeiten im Personennahverkehr.

Interessant war auch, dass es Fahrer gibt, die für Straßenbahn und Bus gleichermaßen ausgebildet sind, aber nicht jeder Straßenbahnfahrer die Citybahn außerhalb von Chemnitz führen darf. Dafür braucht er eine Eisenbahnberechtigung. Nach ausführlicher Theorie ging es nun zur Praxis, zunächst in die Halle, wo die Straßenbahnwagen gewartet werden. Sehende konnten dabei die Wagen auch von unten betrachten. Interessant war für mich, dass der Abrieb der Metallreifen so hoch ist, dass man deutlich den Unterschied zwischen altem und neuem Reifen fühlen konnte. Geduldig beantwortete Bernd unsere vielen Fragen zu technischen Details einzelner Fahrzeugtypen. Auch die Waschanlage wurde beschrieben. Danach kamen wir dorthin, wo die Fahrzeuge zum Einsatz bereitstehen und waren schließlich gefordert - wer wollte - und das waren die meisten.

Nach gründlicher Besichtigung der neuen Citybahnwagen (Citylink) und der Tatrawagen durften wir diese unter Bernds Anleitung auf dem Betriebsgelände selbst fahren. Er war ein guter Fahrlehrer. Am meisten Spaß machte mir das Fahren der Tatrabahn, weil man dort sofort die Reaktion des Fahrzeuges spürt, während im Citylink zuerst die Fahrgäste merken, wenn das Fahrgefühl fehlt. Dazu kommt, dass man auf Grund der Sicherheitsstandards der Eisenbahn per Fußhebel die Sifa (Sicherheitsfahrschaltung) ständig betätigen muss. Diese bringt den Zug zum Stehen, wenn dem Lokführer schlecht wird oder er gar eingeschlafen ist. Wird der Hebel eine kurze Zeit lang nicht betätigt, ertönt ein Signal. Bei unseren Fahrübungen hatte Jeder seinen eigenen Fahrstil. Es blieb auch Zeit zum Erfahrungsaustausch und sich daraus ergebende Fragen. Aus den geplanten zwei bis drei Stunden wurden fünf und wir hätten noch länger zusammen sein können, denn die Variobahn haben wir noch nicht besichtigt. Wir bedankten uns sehr herzlich bei Bernd. Man spürte, dass er Freude an uns und unserer Neugier hatte. Er bot eine Wiederholung des Treffens an mit Besichtigung der Variobahn und einigen Neuigkeiten. Dieses Angebot nehmen wir gern an.

Ursula Steinbrich

Schieß-Workshop und Tischballturnier

Am 11.11.2017 fanden in der Turnhalle des SFZ ein Schieß-Workshop und ein Tischballturnier statt. 20 Personen nahmen am Schieß-Workshop teil und 14 Spielerinnen und Spieler am Tischballturnier. Manche nahmen beide Angebote wahr.

Schieß-Workshop: Ab 09:45 Uhr ging es nach ein Paar technischen Anfangsschwierigkeiten los. Frau Christa Pekx zeigte jedem Teilnehmer die Schießanlage und erklärte das Prinzip. Eine HD-Kamera am Gewehr fotografiert den simulierten Schuss und übermittelt das Trefferbild zur Auswertung des Ergebnisses an einen PC. Ob man gut zielt, hört man durch Pieptöne über Kopfhörer. Jeder hatte in Ruhe Zeit zu probieren. 30 Schuss gingen in die Wertung ein, wobei die beste 10er-Serie gewertet wurde. Es gab 2 Pokale. Der erste wurde vergeben für die höchste Punktzahl in einer 10er-Serie. Der kleinere für Denjenigen, der die Beste Trefferquote erreicht hat. Die höchste Trefferquote von 10,9 hat leider niemand erreicht. Hier die besten 5 Schützen mit der besten 10er-Serie:

Den kleinen Pokal für die beste Trefferquote nach 30 Schuss gewann Kai Weser. Er traf zwei Mal die 10,8 und hatte die meisten Treffer über 10,0. Den Teilnehmern hat es großen Spaß gemacht. Alle würden sich über eine Wiederholung freuen. Das Projekt wurde vom DBSV initiiert und von der "Aktion Mensch" gefördert. Frau Pekx ist ein Jahr lang mit der Anlage durch ganz Deutschland gereist. Wir danken ihr für die Durchführung des Workshops. Weiterhin geht ein großer Dank an die Begleitpersonen und Helfer, die uns und Frau Pekx zur Seite standen.

Tischball:

Ab 11 Uhr hatten sich 14 Spielerinnen und Spieler im Gymnastikraum der Turnhalle eingefunden. 10 Spieler kamen aus Chemnitz, 3 aus Leipzig und eine Gastspielerin aus Halle. Die erste Paarung für jeden Spieler wurde ausgelost. Danach wurde nach einem Gewinner-Verlierer-Prinzip gespielt. Bis 17:00 Uhr hatte jeder Teilnehmer 6 Spiele. Hier die Platzierungen:

Es gab sehr spannende Partien. Alle hatten viel Spaß und haben mitgefiebert.

Besonderer Dank geht auch hier an die vielen Helfer im Hintergrund und die Organisatoren im Vorfeld. Alle haben sich für eine Wiederholung im nächsten Jahr ausgesprochen. Gern vielleicht mit noch mehr Spielern und zwei Tischballplatten. Räumlich wäre das in der Turnhalle des SFZ möglich. Herzlichen Dank an das SFZ, dass wir die Turnhalle kostenfrei nutzen durften.

Der Tag war für alle Beteiligten spannend und abwechslungsreich. Danke an alle Teilnehmer und die vielen Helfer, ohne die so ein Event nicht möglich wäre.

Kathrin Gießner