Vorlesegeräte

Mit einem Vorlesegerät, auch Lesesprechgerät oder Lesesystem genannt, ist der blinde Benutzer in der Lage, gedruckte Texte zu lesen. Zuerst wird das Buch oder Blatt auf den Scanner gelegt und eine Taste zum Scannen gedrückt. Nun läuft der Scanner an und liest das Dokument ein. Dieses wird mit einer OCR-Software (Texterkennungssoftware) erfasst und an einen Screenreader (Software, die den Bildschirminhalt ausliest und in Sprache oder Brailleschrift wandelt) weitergegeben. Wenn das Dokument fertig eingelesen ist, bekommt der blinde Benutzer dies per Sprache mitgeteilt und er kann die "Vorlesetaste" betätigen, um sich den Text per Sprachausgabe vorlesen zu lassen. Das Besondere ist, dass ein solches System die Bücher oder Dokumente auch speichern kann. So kann sich der Benutzer auf diese Weise ganze Bibliotheken anlegen und jeder- zeit wieder abrufen. Auch Kontoauszüge, gedruckte Briefe, Zeitschriften usw. kann der Blinde mit diesem Hilfsmittel selbständig lesen.

In der Regel sind diese Geräte einfach zu bedienen und verfügen auch über einen Kopfhöreranschluss. Weitere Besonderheiten sind z.B. die Einstellung der Sprachgeschwindigkeit, das Wiederholen von Sätzen und Buchstaben sowie das einfache Navigieren im Text.

Vorlesegeräte sind als Hilfsmittel anerkannt und werden nach augenärztlicher Verordnung leihweise und kostenlos von Ihrer Krankenkasse zur Verfügung gestellt.